Arbeitsplatz-Strategie für den Standort Oberösterreich

Die Zukunft des Arbeitsmarkts in Oberösterreich

Die Fachkräftestrategie für den Standort Oberösterreich

Die Strategie „Arbeitsplatz Oberösterreich 2030“ ist in ein breiteres landes- und regionalpolitisches Zielsystem eingebunden. Die Anbindung der aktiven Arbeitsmarktpolitik des Landes OÖ mit den neuen wirtschafts- und forschungspolitischen Schwerpunkten im Rahmen von Upper Vision 2030 wird angestrebt, um bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Qualifizierung sicher zu stellen. Darum ist auch das optimale Zusammenwirken von Arbeitsmarktpolitik und beruflicher Bildung in OÖ von zentraler Bedeutung.


Folgende Produkte des Strategieprozesses stehen für die strategische Steuerung zur Verfügung:

  • Ein Synthesedokument mit einer Analyse der aktuellen Situation sowie Trends für den oberösterreichischen Arbeitsmarkt
  • Analyse der Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken für den oberösterreichischen Arbeitsmarkt, und deren Verbindung in einer SWOT-Matrix
  • Strategisches Szenario Arbeitsplatz Oberösterreich 2030: Strategiedokument, das mögliche Kernmerkmale, zentrale Kennzeichen des zukünftigen Arbeitsmarktes und dafür relevante Handlungsfelder darstellt
  • Jährliches Monitoring als ein wichtiges Instrument der strategischen Steuerung, da bestimmte im Monitoring gewonnene Kennzahlen Aufschluss über die Entwicklung der Intervention geben und die Notwendigkeit von steuernden Eingriffen sichtbar machen

Die Vision ist ein Arbeitsmarkt, auf dem alle Personengruppen in hohem Maß am Erwerbsleben beteiligt sind (Vollbeschäftigung) und auf dem die von der oberösterreichischen Wirtschaft benötigten Fachkräfte verfügbar sind.

Der Erreichung dieser Vision dienen strategische Oberziele, die sich an den drei wesentlichen Potenzialen orientieren, die für die Fachkräftesicherung von Bedeutung sind:

  1. bedarfsgerechte Qualifizierung
  2. Aktivierung für eine hohe Erwerbsbeteiligung
  3. Gewinnung und Bindung von Fachkräften

Für die Erreichung der strategischen Ziele sind oftmals bestimmte Personengruppen am Arbeitsmarkt von besonderer Bedeutung und deshalb in der Strategie durch entsprechende Schwerpunktsetzung ausdrücklich zu berücksichtigen.

Drei strategische Ziele auf dem Weg zur Fachkräftesicherung

Qualifizierung, Erwerbsbeteiligung, Fachkräfte, der oberösterreichische Weg in die Zukunft

Bedarfsgerechte Qualifizierung des Arbeitskräftepotenzials - vor dem Hintergrund des technologischen Fortschritts und der Digitalisierung

Verfügbare und nachgefragte Qualifikationen am Arbeitsmarkt stimmen bestmöglich überein und das Aus- und Weiterbildungssystem in Oberösterreich qualifiziert bedarfsgerecht


Spezifische Ziele sind

  • Die Reduktion des Anteils von Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss;
    weil eine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende Ausbildung die Grundvoraussetzung darstellt, als Fachkraft tätig zu werden.
  • Die Sicherstellung eines hohen Anteils von Menschen mit Lehrabschluss, insbesondere mit Blick auf Mangelberufe;
    weil das duale System eine praxisnahe Ausbildung bietet, mit der ein wesentlicher Teil des Fachkräftemangels bekämpft werden kann.
  • Die Erhöhung des Anteils von Menschen mit technischen Ausbildungen auf Sekundär- und Tertiärniveau;
    weil der Fachkräftemangel insbesondere im technischen Bereich virulent ist und steigt.
  • Die Erhöhung der Beteiligung und des Ausmaßes an Weiterbildung;
    weil angesichts des technologischen Fortschritts die Bedeutung von Weiterbildung steigt und die primäre Berufsausbildung nur das erste Fundament für eine Karriere als Fachkraft darstellt.
  • Die Erhöhung der digitalen Kompetenzen;
    weil diese die Voraussetzungen für die Teilhabe auf einem digitalen Arbeitsmarkt darstellen.

Aktivierung des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials

Das Potenzial erwerbsfähiger Personen in Oberösterreich wird bestmöglich genutzt – eine hohe Erwerbsbeteiligung der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher ist zentral.


Spezifische Ziele sind

  • Die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung aller Personengruppen und die Aktivierung der „stillen Reserve“;
    weil das Potenzial der Erwerbsfähigen bestmöglich genutzt werden muss.
    • Insbesondere gilt es auch, die Erwerbsbeteiligung und das Beschäftigungsausmaß von Frauen stärker an die Werte der Männer anzugleichen
    • die Erwerbsbeteiligung von Personen mit Migrationshintergrund und von Personen über 50/55 Jahre an das allgemeine Niveau heranzuführen
    • die NEET-Quote unter Jugendlichen möglichst gering zu halten (NEET: Not in education, employment or training)
    • die Erwerbsbeteiligung von Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen zu verbessern
  • Eine geringe (Langzeit-)Arbeitslosigkeit;
    weil arbeitsuchende Personen möglichst rasch wieder in Beschäftigung gebracht werden sollen.
    • insbesondere gilt es, möglichst geringe Arbeitslosenquoten bei besonderes betroffenen Personengruppen, d. s. Personen mit Migrationshintergrund, ältere Personen und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, sicherzustellen

Gewinnung und Bindung von Fachkräften

Zur bedarfsgerechten Sicherung einer stabilen bis leicht wachsenden erwerbsfähigen Bevölkerung in Oberösterreich


Spezifische Ziele sind

  • Eine ausreichende, qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland (auch zu Ausbildungszwecken);
    weil der Bedarf an qualifizierten Fachkräften insbesondere in bestimmten Branchen nicht ausschließlich im Inland gedeckt werden kann.
  • Eine ausreichende Zuwanderung aus anderen Regionen Österreichs (auch zu Ausbildungszwecken);
    weil teilweise Fachkräfte in den anderen Bundesländern zur Verfügung stehen, die in Oberösterreich gebraucht werden.
  • Eine ausreichende Zahl an qualifizierten Einpendlerinnen und Einpendlern aus angrenzenden Regionen bzw. ein entsprechender Pendelsaldo;
    weil so Arbeitskräfte auch ohne Wohnsitzwechsel gewonnen werden können.
  • Die Bindung der in Oberösterreich vorhandenen Fachkräfte bzw. eine geringe Abwanderung von gut und hoch qualifizierten Kräften aus Oberösterreich bzw. deren Rückholung (einschließlich Studierender);
    weil Oberösterreich attraktive Arbeitsplätze für seine Fachkräfte hat und so der Bedarf an Zuwanderung geringer ist